Chronik des GZV Idar-Oberstein und Umgebung e.V.

Der erste Geflügelzuchtverein in Deutschland wurde 1852 in Görlitz von Robert Oertel gegründet, dieser Verein hatte den Namen „Hühnerologischer Verein“. Fünfzig Jahre später, im Jahre 1902, gründete dann Albert Loch , Andreas Schiel, Ernst Hartenberger, Emil Rink und Herman Bender den „Geflügelzuchtverein Oberstein e.V.

Zeitweise waren 150 Mitglieder im GZV Oberstein.e.V. angemeldet.

1904 trat der Verein dem Geflügelverband „Saar-Blies-Nahe“ bei und im Jahre 1907 wurde die erste Rassegeflügelschau in der Obersteiner Turnhalle durchgeführt.

1908 verzeichnete der Verein bereits 45 Mitglieder. Die amtliche Tierzählung ergab das in Oberstein 2690 Hühner und 165 Enten gehalten wurden.

Im August 1914 brach der 1. Weltkrieg aus und vernichtete unter anderem auch viele Pläne der Geflügelzüchter. Manche Zucht musste aufgegeben werden, da auch keine Futtermittel für die Tierfütterung zur Verfügung stand.

Am 10. Juni 1920 begann die erste Nachkriegsversammlung, viele Mitglieder kehrten nicht mehr aus dem Krieg zurück, jedoch ging die Vereinsarbeit unverdrossen weiter. Die erste Nachkriegs-Geflügelschau war im März 1921.

1926 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Oberstein.

Am 1. September 1939 brach der der 2. Weltkrieg aus. Viele Mitglieder wurden eingezogen und die Rassezuchten gingen unter weil die Ernährung der Tiere kaum noch möglich war. Um das Vereinsleben wurde es nach und nach stiller. Über 30 Mitglieder waren als Soldaten verpflichtet. Die letzte Versammlung vor dem Zusammenbruch fand am 04. April 1943 im Gasthaus „Heines Garten“ statt.

Als am 08. Mai 1945 der Waffenstillstand verkündet wurde war es schwer an ein Wiedererstehen jeglichen Vereinslebens zu denken. Es war das Jahr der großen Hoffnungslosigkeit und Ungewissheit...

 

In den Hungerjahren nach dem Krieg ruhte jegliches Vereinsleben. Am 10. Oktober 1947 trafen sich in „Heines Garten“ etwa 40 ehemalige Mitglieder zur Neugründung des Vereins. Es waren umfangreiche Vorarbeiten nötig um die Auflagen der damaligen französischen Militärregierung zu erfüllen. Es wurde ein neuer, politisch unbescholtener, Vorstand gewählt. Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Heinz Weiß war der Anfang zur Wiedergesundung der heimischen Rassegeflügelzucht gemacht.

Am 11. Mai wurde der Landesverband „Rheinland-Nassau“ und am 25. Juli der Kreisverband Birkenfeld, mit Heinz Weiß an der Spitze, gegründet.

1950 wurde Julius Quint 1. Vorsitzender und im April gründete man eine Jugendgruppe mit 18 Jungzüchtern.

Zu Beginn des Jahres 1952 hatte der Verein 40 Ehrenmitglieder und 112 Mitglieder. Es wurde jedoch ruhig im Zuchtgeschehen da die Geflügelpest um sich griff. Eine Impfung war nur mit einer Nadel möglich was manche Züchter zur Aufgabe des Hobbys veranlasste.

1953-1961 übernahm Heinz Weiß wieder den Vorsitz, aus Beruflichen gründen stellte er sich 1961 nicht mehr zur Wiederwahl. Otto Wild übernahm den 1. Vorsitz. Heinz Weiß wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

1971 brach die Geflügelpest aus. Die Mitglieder Weiß, Brandt, Wittmann, Reidenbach, Fuhr und Bender verloren ihren Gesamtbestand, diese musste amtlich getötet werden.

Im Jahre 1972 löste sich der Landesverband Rheinland-Nassau auf, sei 01.07.1972 gehört der GZV Oberstein zum Landesverband Rheinland-Pfalz.

Im Jahre 1987 brachte die Jahreshauptversammlung einen Wechsel in der Vereinsführung. Otto Wild stellte nach 25 Jahren Amtszeit seinen Posten zur Verfügung. Der neue 1. Vorsitzende wurde Günter Becker und Otto Wild zum Ehrenvorsitzenden.

Anlässlich der Nationalen Rassegeflügelschau 1992 ernannte man Heinz Weiß zum Ehrenmeister des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter – die höchste Auszeichnung des BDRG.

Es folgten sehr Erfolgreiche Schauen an denen einige Mitglieder des GZV Oberstein teilnahmen mit sehr hohen Bewertungen der Tiere.

 

- Dies ist eine Kurzfassung der Chronik des GZV-Oberstein e.V. zum 100 jährigen Bestehen. Verfasser war Heinz Weiß -

 

 

2002 fand eine Feier zum 100-jährigen Bestehend des GZV Oberstein statt.

Die Protokolle der Versammlungen bis 2010 wurden einem Vereinsmitglied aus dem Auto gestohlen.

Im Jahre 2011 und nach 24 Jahren Amtszeit gab Günter Becker sein Amt als 1. Vorsitzende ab neuer 1. Vorsitzende wurde Christopher Hiebel.

2012 wurde die Satzung von 1948 neu aufgesetzt und überarbeitet zudem bekam der Verein einen neuen Namen. Er wurde von „GZV Oberstein e.V. „ auf „GZV Idar-Oberstein und Umgebung e.V.“ umbenannt.

2013 gab Hiebel seinen Posten als 1. Vorsitzender ab und neuer Vorsitzender wurde Max Loch jr.

2014 verstarb unser Ehrenmitglied Heinz Weiß

 

Der GZV Idar-Oberstein besteht seit über 100 Jahren und das sehr Erfolgreich. Es wird zwar immer schwieriger neue Mitglieder für unser Hobby zu begeistern dennoch haben wir die Lust an der Geflügelhaltung- und Zucht nicht verloren und sind mit Leib und Seele dabei.

 

 

Und hier noch ein paar schöne Zeilen, geschrieben von Heinz Weiß

 

Rückblick 100 Jahre Rassegeflügelzucht in Idar-Oberstein

 

Nun hat sich in den 100 Jahren vieles verändert. Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Strukturwandel. Die Zeit wo Hühnerhaltung ein Bestandteil des Familienlebens war, ist vorbei. Die begehrten „frischen Eier“ von den eigenen Hühnern oder ein selbst gezüchteter Sonntagsbraten, all diese Dinge sind heute viel einfacher im Supermarkt zu beschaffen. Und so sind sie verschwunden die Gänse und Hühner aus den Gärten und die bunten Rassetauben von den Dächern.

Wir sind jetzt schon eine verschwindend kleine Minderheit und es ist für die, welche nur noch Geflügel aus der Kühltruhe kennen, kaum zu verstehen, dass wir uns mit den Tieren, die in deren Augen ja Arbeit und Belastung mit sich bringen, beschäftigen und dabei sogar Freude und Entspannung finden.

Wir Geflügelzüchter sind Tierpfleger und Tierheger. Unser Geist und unser Herz erfreuen sich dabei gleichermaßen. Wer Tiere liebt, der wird auch Menschen achten, dies ist gerade in der heutigen Zeit ein Gebot der Stunde. Mögen wir uns stets die Achtung vor dem Menschen und seinen Rechten und im gleichen Maße auch die der Tiere vor Augen halten. Somit sind wir uns letztlich einig, dass das Tier als Mitgeschöpf nicht unter der Macht des Menschen steht, sondern ein Dasein nach des Schöpfers Willen leben sollte.

 

 

Heinz Weiß * 07.Juni.1922 - † 13. April. 2014

 

Ehrenvorsitzender

Ehrenmitglied des Bezirksverbandes Rhein-Mosel-Nahe-Hunsrück

 

Ehrenmeister des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter